Freitag, 20. Juli 2018

Fine Instruments – Anna Klinkhammer Galerie Düsseldorf

ANNA KLINKHAMMER GALERIE

präsentiert :




eine Ausstellung von Studierenden der Klasse Holger Bunk
der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Die Ausstellung „Fine Instruments" in der Galerie Anna Klinkhammer bringt 10 Positionen von Studierenden der Klasse Holger Bunk zusammen, in denen bestimmte Werkzusammenhänge und individuelle Stellungnahmen sichtbar werden.




















FINE INSTRUMENTS



Benedikt Asshoff
Shabitha Balaratnam
Chris Binder
Holger Bunk
Beate Herdtle
Muningandu Swithin Hoveka
Tim Lechler
Valentin Mackh
Vivian Ruxton
Fabian Schreiber
Shannon-Lea Stevenson



Eröffnung : Mittwoch 25. Juli 2018, 18 bis 21 Uhr
Ausstellung : 26.7. bis 11.8.2018


Anna Kinkhammer Galerie                     
Neubrückstr. 6                                                        galerie@anna-klinkhammer.de
D-40213 Düsseldorf                            www.anna-klinkhammer.de                                   

Do-Sa 12-18 h / by appointment                                         +49-(0)172 -4344557




Während wir von Kunst noch immer individuelle Sicht und Eigenheit erwarten, werden Individualität und vermeintliche Einzigartigkeit unseres Tuns im Alltagsleben in der Regel mit grosser Geschwindigkeit in Informationen und neue Märkte verwandelt. Eine Trennung von  „Welt der Künstler" und Alltag gibt es auf dieser Ebene eigentlich nicht. Denn in der Auswertung der Algorithmen sind grossflächige Instrumente vorhanden, mit denen bis in die Feinheiten evaluiert wird – allerdings nicht wirklich immer zu unserem Vorteil. Deswegen stellt sich die Frage, ob Künstlerinnen und Künstler in ihrer Produktion und ihrem Selbstbild auf eine solche  Funktionalisierung von Individualität reagieren können.

Die genannte Verwertung ist jedenfalls eine Realität, die den Blick auf künstlerische Individualität verändern wird und vielleicht sogar neu fokussieren muss. Junge Künstlerinnen und Künstler arbeiten permanent an der Schnittstelle von gesellschaftlichen Einflüssen und individueller Reaktion darauf. Sie eignen sich die feinen Instrumente künstlerischer Experimente auf spezifische Weise an und bewegen sich in einem Raum, der nicht–Zweckgebundenes zulässt: Es geht um Verfahren des offenen Beobachtens, um mitteilsame Bilder, die uns mit fein gesponnenen immer neuen Erzählungen von ungewöhnlichen, frischen Erfahrungen berichten wollen. Dies alles gelingt aber nur, wenn auch ein Risiko des Scheiterns eingegangen, vielmehr sogar positiv gesehen wird.

Nur so werden die Instrumente wirklich fein und nicht immer wieder in die Kommerzielle Nutzbarkeit zurück geholt und abgestumpft. Denn gleichzeitig mit dem Entstehen von künstlerischen Objekten, bildet und konstruiert sich eine Persönlichkeit, die den Erfahrungsschatz zu einem besonderen Werkkomplex oder Werkgruppen ausarbeiten und Stück für Stück lebensgeschichtliches Wissen hinzufügen kann. Das wiederum bedeutet, dass wir in den Werken zusehen können, wie thematische Konstellationen und Blickwinkel verändert werden und persönliche Verantwortung für Aussagen entsteht. Das Rad (die Zeichnung, die Malerei, die Plastik, die künstlerische Konzeption) muss dafür nicht neu erfunden werden. Aber das erste je erfundene Rad unterscheidet sich von jenem, das auf Knopfdruck ein Auto einparken kann hinsichtlich Komplexität seiner instrumentellen Verbindungen.

Für die Fantasy-Tragikomödie „Edward Scissorhands“ (USA 1990) wurde eine Figur erfunden, die wie der Name sagt Scheren als Hände hat. Es entspinnt sich – kitschig und doch in aufgeräumte Bilder gesetzt – eine Geschichte über den der künstlichen Menschen Edward, der von seinem Schöpfer mit unbekanntem Plan „nicht fertig“ gemacht wurde. Neugier und Bewunderung gegenüber Edward drohen ständig, in Ablehnung, Verdächtigung und Verfolgung umzuschlagen, weil Edward seine Scherenhände als Instrumente zwar für erstaunliche Kreationen nutzt, dann aber wieder plump im Alltag damit scheitert und bedrohlich erscheint. Es ist eine Geschichte über einen Charakter, der so ist wie er ist und das Beste daraus machen muss, aber letztlich doch nur in Isolation „leben“ kann.

Künstlerinnen und Künstler könnten als solch tragische Charaktere erscheinen und werden Image-mässig vielleicht so vermarktet. Tatsächlich ist das Potenzial viel dynamischer und aktiver: Künstlerische Arbeit reagiert seismographisch, entwickelt sich selbst und die Instrumentarien der Produzenten und des Publikums weiter. Synapsen und Objekte der Wahrnehmung befinden sich in einem Dialog, der sich erweitert und sich sowohl quantitativ als auch qualitativ weiterentwickeln wird. Atelierplätze in den Akademien, Ausstellungen in neuen Kontexten wie Galerien gehören zu diesem Dialog, sind wichtige Orte an denen Erfahrungen gemacht und geteilt werden können. Sie verfeinern unser Instrumentarium in vielen Hinsichten. – Neugier und Spass an der Beobachtung sind oft Motivation genug. Erweiterung der Kenntnis und eigenes Philosophieren sind willkommen.

Deshalb danke ich der Galerie Anna Klinkhammer für die Idee und die Einladung zu dieser Ausstellung und den Studierenden der Klasse Bunk für die engagierte Zusammenarbeit.

Holger Bunk
Stuttgart, August 2018

Sonntag, 8. Juli 2018

Absolvent Volker Kaufmann in Amsterdam, Art Bodensee und Galerie Irrgang Leipzig

Amsterdam,
Sommerausstellung der Galerie Mokum vom 7.07. bis 29.07.2018
Vernissage am 7.07. 2018 von 16 bis 18 Uhr
Galerie Mokum
Oudezijds Voorburgwal 334
1012 GM Amsterdam, The Netherlands
Öffnungszeiten: Do. bis So. 12 bis 17 Uhr
weitere Info siehe Webseite der Galerie Mokum


 
 



























Vorankündigung:
zur Art Bodensee 2018, vom 13.07. bis 15.07.2018
vertreten mit meh­re­ren Arbeiten durch die Galerie Irrgang, Leipzig-Berlin
 
18. Art Bodensee in Dornbirn 
Ort:
Messeplatz 1, 6854 Dornbirn, +43 5572 305-0 Website der Messe Dornbirn
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag 11 bis 19 Uhr, Ticket Erw. 16,00 €
 
 
zur Gruppenausstellung, Junge Kunst VII, der Galerie Irrgang, Leipzig-Berlin in Leipzig
vom 21.07. bis 01.09.2018
Vernissage am 20.07.2018, 19:30 Uhr
 
Galerie Irrgang
Dittrichring 6
04109 Leipzig
0049 (0) 341 926 014 8
 
Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 12 bis 19 Uhr, Sa. 12 bis 16 Uhr
 

Donnerstag, 5. Juli 2018

Saga Gallery von Absolvent Benjamin Thaler zeigt Brosamer



























Saga Gallery lädt herzlich zur Ausstellung von Sascha Brosamer am kommenden Wochenende ein!

SA, 07. Juli 15 - 20 Uhr und SO, 08. Juli 11 - 16Uhr
!!!AM SA GIBT ES UM 17 UHR EINE PERFORMANCE VON BROSAMER!!!
Adresse: Im Schellenkönig 56D, 70184 Stuttgart (U15 Bubenbad)

Und die Kunst-Bier-Edition ist dieses mal ein waschechtes Schwarzwald-India-Pale-Ale!

MUSIK ZUM ANFASSEN

Sascha Brosamer, ein Künstler zwischen Performance, Objekt, Zeichnung und Sound. In
der SAGA präsentiert der Freiburger Cité Stipentiat u.a. neue Arbeiten aus einem Silikon-
Abgussverfahren, die als Replikate von Shellac-Platten durchgehen und Klänge erzeugen.

Sascha Brosamer studierte Music + Media Art bei Daniel Weissberg an der Hochschule
der Künste in Bern und Malerei in der Klasse Franz Ackermanns an der Staatlichen
Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, wo er 2014 als Meisterschüler abschloss.
Seine Arbeiten waren unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Bonn, New York, Tokio und
Istanbul zu sehen. Als Begründer des Karlsruher Kunstvereins Letschebach verbindet er
die Region seit Jahren mit Kunstschaffenden in aller Welt. Er ist künstlerischer Leiter und
Initiator des Projektnetzwerk Global Forrest in Sankt Georgen im Schwarzwald.

Wir freuen uns auf eueren Besuch,
herzliche Grüße

Dinah und Benjamin

Instagram: #saga.gallery
facebook: @saga.samstagsgallery


Mittwoch, 20. Juni 2018

Absolventin Isabell Kamp ist Preisträgerin der Künstlerförderung der Stadt Oldenburg





















Capriccio
Pulverturm, Oldenburg

Ausstellungseröffnung Sonntag, 1. Juli, 11 Uhr
Ausstellungsdauer 2.7.-12.8.2018

Die diesjährige Preisträgerin Isabell Kamp verwandelt den mittelalterlichen Pulverturm in eine rätselhafte Rüstkammer. Im künstlerischen Spiel von Imitation und Irritation lotet die Hamburger Künstlerin unter dem Titel "Capriccio" die sinnliche Materialität von Keramik aus und erhebt sie zum Sinnbild der menschlichen Kommunikation.
Mit viel kreativem Eigensinn mischt Isabell Kamp in ihrer Installation wehrhafte Objekte und menschliche Körperteile, die faszinierend perfekt aus Keramik geschaffen sind. Helme, die aus verschlungenen Händen bestehen, Brust- und Rückenpanzer, die wie Torsi wirken oder Schilde, die so fragil erscheinen, dass sie keinerlei Schutz bieten. Aussergewöhnlich ist die Ästhetik der keramischen Werke, die durch Lederschnallen, Schnüre und Metallscharniere einen ambivalenten Funktionscharakter entfalten und Spannung erzeugen. Medizinische, kriegerische und erotische Assoziationen werden geweckt, wobei unser Wahrnehmungsvermögen bewusst in der paradoxen Schwebe gehalten wird.

Oldenburger Pulverturm
Der unter Denkmalschutz stehende Pulverturm am Schlosswall ist das einzig noch erhaltene Bauwerk der Oldenburger Stadtbefestigungund wurde 1529 als Geschützturm erbaut. Im 18. und 19. Jahrhundert diente es als Pulvermagazin, woher sein Name rührt. Seit 1996 wird hier die Ausstellungsreihe "Keramik im Pulverturm" präsentiert. Sie ist ein Forum der Künstlerförderung der Stadt Oldenburg, das jungen begabten Künstlern die Möglichkeit bietet, innovative Positionen der Keramik in einer Einzelausstellung vorzustellen.

Führungen
Zur Ausstellung "Capriccio" finden Sonntags Führungen mit Kunstvermittler Dirk Meyer im Pulverturm statt:
Termine:
8. Juli, 14 Uhr; 22. Juli, 14 Uhr; 5. August, 12.30 Uhr und 14 Uhr
Kosten: 3 Euro

Öffnungszeiten des Pulverturms
Freitags von 14 bis 17 Uhr
Samstags von 11 bis 17 Uhr
Sonntags von 11 bis 17 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Pulverturm
Am Schlosswall
26122 Oldenburg

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ENGLISH VERSION

Capriccio
Pulverturm Oldenburg

Opening Friday, 1. Juli, 11 am
Running time 7/2/-8/12/2018

Guided Tours
On Sundays guided tours will take place with the art agent Dirk Meyer at the exhibition "Capriccio" at the Pulverturm.
Dates:
8. July, 2 pm; 22. July, 2 pm; 5. August, 12.30 pm and 2 pm
Costs: 3 Euro

Opening times
Fridays from 2 until 5 pm
Saturdays from 11 am until 5 pm
Sundays from 11 am until 5 pm
Entry is free.

A catalogue will be published.

Pulverturm
Schlosswall
26122 Oldenburg
Germany


Montag, 28. Mai 2018

Absolvent Nils Simon Fischer in der 8. Biennale in Eislingen


Kunst aus der Akademie im Café Künstlerbund

















Kunst aus der Akademie
im Café Künstlerbund



Bei den Bildern der Ausstellung „Kunst aus der Akademie” handelt es sich um eine bemerkenswerte Auswahl. Denn man könnte denken, hier, in einem Café, dem Cafe des Stuttgarter Künstlerbundes, könnten eher dekorative, zurückhaltende  Arbeiten ihren Auftritt bekommen. 


Wenn ich die Bilder der Reihenfolge der Hängung nach (beginnend nahe am Eingang) nenne, also mit den vier grossen Formaten von Mouna Mousavitabar beginne, dann wird gleich klar, dass diese Ausstellung etwas wagt und engagierte Bilder zeigt: Mouna Mousavitabars Titel sind „Vater Lebt nicht mehr, Es war eine schöne Zeit, ein Bild ohne Titel zeigt eine Frauengestalt mit Tuch oder Schal und es folgt Zaal und Phoenix, ein Bild zu einem Persischen Märchen. Verzweiflung der Kinder im ersten Bild, die Weisheit der alten Männer, interpretiere ich so, dass die Frage nach der Heimat in der Kultur gestellt wird. Ergänzt oder bildet die Kultur den Schutz, den die Familie, das Land, der Staat nicht mehr geben können? Ich Glaube, in diesen Bildern spricht sich - auch gerade in dieser Kombination - eine Hoffnung auf Kultur aus. 



Vivien Ruxton zeigt uns hier eine sehr große Arbeit. Ein heller Bildraum zeigt uns zwei Pelikane im Vordergrund, Junge Menschen, vielleicht könnte man in ihnen jugendliche Hipster sehen. – Pflanzen und wenn man gut hinsieht: Mistkäfer. Da stellt sich die Frage nach der Beziehung, nach dem Sinn dieser fein gemalten Konstellation: Ich mag die Rätselhaftigkeit dieses Zusammenlebens. Es ist eine Gleichzeitigkeit von Unvergleichlichem, von Zivilisation und natürlichem Ambiente, die wie ein Zusammenleben verschiedener Kulturen wirkt. Teilen wir uns nicht diesen diesen Planeten und müssen verstehen lernen, warum dies so ist und wie es überhaupt geht? Aber vergessen wir nicht die kleine, fein detaillierte Arbeit von Vivien Ruxton, die daneben hängt: Einfach ein Knoblauch. Der taucht im Realismus seiner Malerei lapidar neben Farbflächen und feinen abstrakten Strukturen auf. Also auch hier ein genau ausgewogenes Kohabitieren von Verschiedenheit?



Auf dem Wandsegment daran anschliessend sehen wir die Bilder von Seulmina Lee. Sie leben von einer Spannung, die uns zur Reflexion von künstlerischen Ebenen. Bedeutungsebenen und Darstellungsmöglichkeiten führt. Naive Schönheit wird in der Welt der Medien zu erzwungener Schönheit. Technisch erzeugte und künstliche Schönheit wird hier durch Gesten gestört, die wie ein Graffiti funktionieren, wie eine Spontanreaktion, die die Perfektion stören will. Aber die Irritation bringt erstaunlicher Weise eine neue Balance im Bilde zustande. Dies lässt uns über die Individualität der auftauchenden Gesichter nachdenken: Das Gesicht, der Mensch, der immer wieder in Lee´s Bildern erscheint und uns anblickt ist Urheber der Selbstdarstellung, die die eigene Position reflektiert und manipulieren kann. Das Selbst glaubt, mit einer Ästhetik spielen zu können, ist aber letztlich betroffen von der ästhetischen Norm und unterliegt ihr möglicherweise.

Bis hier hin könnte ich noch einmal rekapitulieren: Diese Ausstellung reflektiert im Bild die Begegnung von Bildebenen und Kulturen. Die Bilder umfassen Spannungen und überraschen durch die Balance die auf der Bildfläche gefunden wird. Ich sage dies, weil wir zu einer anderen Betrachtungshaltung hinüber wechseln sollten, wenn wir die nun folgenden Werke anschauen: 



Carmen Bemmerer ist eine Zeichnerin mit extrem konzentriertem Blick. Die Bilder erfordern und verdienen ein Nahe-Herantreten und sehr genaues Schauen. In den zwei grossen.. und bitte nicht vergessen in den 2 wunderbaren kleinen Blättern gegenüber….geht es um die Sorgfalt (nicht nur) des Sehens. Wir sehen verdorrte Pflanzen. Sich kräuselnde Blätter und Stängel, die wir wenig beachten würden. Dem Beiläufigen wird hier aber durch die intensive Betrachtung Bedeutung zugemessen. Die Kunstgeschichte lehrt uns, dass der Bau von Pflanzen, die Gesetzmässigkeiten die in den Formen zu sehen sind, schon früh bildwürdig wurden und die Verbindung und Nähe von Kunst und Wissenschaft beweisen. Bei Carmen Bemmerer ist der Raum der Zeichnung auch konzeptuell gedacht und gehört zu einer kognitiven Reflexion. Intensität ist hier aber auch Gegenreaktion gegenüber konsumierbaren Bilderfluten. Positiv formuliert entsprechen die Zeichnungen einer philosophischen, gedanklichen Schärfe und stellen die Frage: „Wie erkennen wir?” Und: „Schauen wir noch genau hin?”


Beate Herdtle präsentiert sich in dieser Ausstellung mit zwei sehr offenen Malereien. Wir sehen das Ringen um einen Bildraum, der vieles enthält: Fühlen und Sehen, Handschriftlichkeit und Charaktere von Oberflächen, Licht und Farbklang. Pinselhieb und Fläche. Der Blick taucht ein in die Poesie einsamer Orte. Man kann sich fragen: Warum zieht es uns so hin zu Orten, die nicht so gesichert und orthogonal geordnet sind? Brauchen wir etwa dieses visuelle Gegenüber, weil wir, auch wenn wir weit reisen, heute doch immer wieder in einander sich angleichenden Systemen landen? Tatsache ist, dass Beate Herdtle viel reist, skizziert und in ihren Bildern Erfahrungen transportiert. Von ihr kenne ich ein großes Engagement, um zu Ausstellungen zu reisen, um Bilder und Skulpturen im Original zu sehen. Die Erfahrungen, die Kenntnis, die sie mitbringt, verbinden sich mit ihren spontanen Beobachtungen und münden oft in gemalten Landschaften von denen wir hier zwei eindrucksvolle Beispiele sehen.



Unser „Quotenmann“  der Ausstellung, Tim Lechler, findet seine Fragen und Themen in der Begegnung von Menschen. Dass diese Begegnungen nicht unproblematisch sind und Untiefen in sich bergen, wissen wir. Tim Lechler findet in seinen Bildern auf Papier die Schwärze als Mittel, dies auszudrücken. Hier finden Begegnungen im Dunkel und heimlich statt und offenbaren darin ihre Problematik.Was darf sein, was will unbeobachtet bleiben, was ist kaum sichtbar und entzieht sich unserem Blick? Schaut man auf die 6 kleinen Blätter am Ende seiner Bilderreihe, so sind seine Köpfe, seine Figuren charakterisiert von der materiellen Struktur seiner Zeichenmaterialien, von durchgeriebenen Holzstrukturen oder untergelegten trockenen Blättern. Hier stellt sich die Frage nach ihrer Realität: Wieviel sehen wir aufgrund unserer Erfahrungen oder Seherfahrungen wertend in die Artefakte hinein? Sind sie etwas, oder erscheinen sie nur? 

An dieser Stelle rundet sich die Ausstellung. Unser Blick könnte von Tim Lechlers figurativen Werken wieder hinüber springen zu den anfänglich erwähnten Figuren in Mouna Mousavibatars Bildern und so weiter. Es lohnt sich, den Blick mehrfach über die Bilder der Ausstellung gehen zu lassen.

Wir danken dem Künstlerbund herzlich für diese Möglichkeit auszustellen.

Holger Bunk 
Stuttgart, 30.05.2018